Definition und Markierung

1. Definition
Bei uns werden die Boulder definiert, es wird nichts wegdefiniert. Das heißt: was nicht im Topo erwähnt wird, gehört auch nicht zur Route! Ich weiß die Wand ist da und am Fels und am Beton kann man ja auch überall hintreten. Doch bei uns gilt: aktives Treten und Greifen der Wände gehört nicht zum definierten Boulder, außer es steht ausdrücklich in der Beschreibung. Das heißt wo man an die Wand treten muss wird auch ein Tritt sein. Hingen ist passives Stützen und Stabilisieren an der Wand erlaubt bzw. gehört immer dazu, außer es wird ausdrücklich wegdefiniert.
Warum diese Regelung?

Um wirklich perfekte Bewegungen zu definieren, braucht es passende Griff – Tritt Kombinationen, bietet die Wand Alternativen wird der Boulder schnell zur Wandschrubberei verkommen.
Wir haben nun mal mehrere Touren über einander geschraubt. Die Natur kann es sich leisten nur einen Boulder pro Quadratmeter Fels zu zulassen. Doch wir können nicht die Wand abbauen nur weil vielleicht jemand dort treten kann.
Warum sollte das Stückchen Wand erlaubt sein und die anders farbigen Griffe nicht? Wo heute noch eine gute Trittmöglichkeit, haben wir morgen schon eine andere Tour geschraubt. Sollen wir nun den alten Boulder umdefinieren, nur weil die Wand als Tritt nun weggefallen ist?
Kletter-Technik
Die Fußtechnik wird nicht besser dadurch das wir an den Wänden hoch laufen! Das verbessert höchsten die Armkraft, aber mit Reibung hat das nichts zutun.

    2. Der Boulder
    Bei uns wird neben der Farbe nur Start und Ziel definiert. Wie ihr dann vom Start zum Ziel gelangt ist euch überlassen, ihr dürft immer alle Griffe/Tritte in eurer Farbe nutzen, außer natürlich im Einzelfall steht etwas anderes im Topo.

      Farbdefinierung
      Es gibt einige Besonderheiten der Definitionen:
      Grifffarbe: hier dürfen alle Griffe in der Farbe benutzt werden, farblich markierte Griffe nicht.

      Reine Farbe: hier dürfen nur die Griffe genutzt werden, die rein diese Farbe haben.

      Melierte Farbe: hier entsprechend nur die melierten Griffe

      Farblich Markierte Griffe: hier dürfen nur die markierten Griffe genutzt werden, auch wenn sie eine andere Farbe haben.

      Tritte
      Da bei uns ja immer ein Tritt sein muss wo man hintritt sind hier ebenfalls Definitionen notwendig. Grundsätzlich sind die Tritte in der Grifffarbe.

        Tritte alles: hier dürfen alle Tritte und die Wand getreten werden,

        plus Tritte: hier können noch zusätzliche Tritte definiert sein.

        Tritte nur Spax: Spax sind die kleinen Holzschrauben, nicht die Griffe mit den großen Schrauben. Also dürfen nur die Tritte mit den Spax- Schrauben benutzt werden.

        Den Boulder finden
        Wie schon gesagt, der Start und das Ziel ist vorgegeben, der Weg nicht.

        Startposition
        Es gibt verschiedene definierte Startformen, grundsätzlich muss mit den Händen an den Griffen gestartet werden, die der Startnummer des Boulders am nächsten sind. Das heißt auch das Füße und der Rest des Körpers den Boden/Matte verlassen haben muss bevor man weiter greifen darf.

        ST = Stehstart, hier kann einfach im Stehen gestartet werden

        Ss = Sitzstart, hier muss aus der Sitzenden Position gestartet werden, d.h. der Hintern verlässt als letztes die Matte.Jedoch sind die Griffe nicht zwingend vorgegeben.

        Ds = Definierter Start, hier muss mit den Händen an den vorgegebenen Griffen gestartet werden.

        Ls = Liege Start, eigentlich ein Ds, eben an sehr tiefen Griffen, soll die Startposition veranschaulichen.

        Sprung, hier muss mehr oder weniger der erste Griff angesprungen werden, oder es steht nur ein einzelner schlechter Griff zur Verfügung und die Tritte sind nicht ausreichend um Statisch zu Starten.

        Lage des Starts
        Unsere Wände sind in Sektoren eingeteilt und irgendwo in diesem Sektor befindet sich der Start von diesem Boulder. Meist ist nur links, Mitte, rechts angegeben. Dieses bezieht sich nur auf diesen einen Sektor.

        Der Weg, hier wird mit wenig Worten versucht die Richtung des Boulders zu beschreiben.

        Das Ziel, Grundsätzlich muss der Zielgriff oder die Zielposition souverän gehalten werden. Die Regel besagt 2 sec. Ruhig halten, also ohne das die Füße den Propeller machen oder so etwas.

        Sonderregelungen:

        - Ausstieg, besagt das ihr auf den Block aufsteigen müsst

        - Zieltritt, heißt ihr müsst den Zieltritt aktiv mit dem Fuß belasten, Körpergewicht aufbringen.

        Name,
        jeder Boulder hat einen Name und möchte auch so genant werden. Ich meine wenn ihr wissen wollt wo der ein oder andere Boulder ist, schmeißt mir und meinen Mitarbeitern bitte nicht irgend eine Nummer an den Kopf. Niemand von uns kann sich 300 Nummern merken, 300 Bouldernamen merken kann ich hingegen schon eher schaffen;-) danke.
        Oft sagt der Name etwas über den Charakter aus. Namen wie: “namenlos”, “=ge Wicht” und “ab häng ich” sind keine Seltenheit.

        Charakter
        Ich habe versucht von jedem Boulder den Hauptcharakter bzw. die zu erwartete Klettertechnik zuzuschreiben.

        Bewertung
        BoulderworX hat sich an die französische Bewertung aus Fontainebleau gehalten.
        Diese schon über 100 Jahre alte Bewertung hat sich in ganz Europa durchgesetzt und bezieht sich speziell aufs Bouldern. Eine Umrechnung zwischen der Fontainebleau Bewertung (Fb) und der deutschsprachigen Kletterskala (UIAA) ist nur bedingt möglich. Anhand der Boulderfarbe könnt ihr im boulderworX den Schwierigkeitsbereich eines Boulders erkennen.

        Die hier dargestellte Umrechnung besagt das die Einzelzüge etwa so schwer sind wie die Einzelzüge einer Klettertour. Ich habe die eigentliche Bewertung etwas nach unten gezogen, das heißt etwa bis Fb 6b sind unsere Boulder leichter als in Fontainebleau. Aber da nach Bleau der Bereich Fb 4b etwa UIAA VI- bis VII abdeckt, müssten etwa 40% aller Boulder bei uns gelb sein.